Der Osterhase Mümmelmann sieht sich den Eiervorrat an: „Genug! Ich hab das Malen satt! Jetzt geht´s nach Laubach in die
Stadt, denn Ostern muss ich dort sein.“
Er füllt die Kiepe bis zum Rand, er winkt noch einmal mit der Hand, dann läuft er schon im Hoppeltrab den grünen Fichtenpfad hinab und ist auch bald am Feldrain.
Da sieht er im Vorübergehn den Rotfuchs unterm Baume stehn. Der ruft: „Herrjeh, wie hast du´s
schwer! Gib mir doch mal die Kiepe her, ich will dir tragen helfen!“
Wie nett, denkt Mümmelmann und
staunt: der Rotfuchs ist heut gut gelaunt! Reicht ihm die Kiepe hin: „Hier
hast du meine süße Osterlast – gib acht, dass du nicht stolperst!“
Der Rotfuchs nickt und läuft gleich
los. Die Sonne brennt, die Hitz´ist
groß, und Mümmelmann freut sich und
lacht: Na, hab ich das nicht fein gemacht? Der dumme Fuchs muss schwitzen.
Doch plötzlich an dem Buchenplatz der Fuchs macht einen großen Satz, noch ein Sprung ums Felseneck, dann in die Büsche und ist weg – mit ihm die Eierkiepe.
Der Mümmelmann, der weinte sehr: „Nun hab ich keine Eier mehr! Und alle Kinder, groß und klein, die werden auf mich böse sein, wenn sie vergeblich warten.“
Doch rums! Hat es im Wald geknallt, dem Mümmelmann, dem ward es kalt, er zitterte und duckte sich, er witterte, sprang auf und schlich vorsichtig um die Ecke.
Da sah den Fuchs er mausetot. Dabei den Jäger Kugelschrot, der schüttelt seinen Kopf und
spricht: „Schockschwerenot, das gibt´s doch
nicht: ein Fuchs mit Ostereiern!“
Der Has verbeugt sich und sagt:
“Nein, die Ostereier, die sind mein! Der böse Fuchs, der nun tot ist, der hat mit Hintertück und –list sie mir abgaunern wollen.“
Der Jäger lacht: „Sieh einer an! Der Osterhase Mümmelmannn! Da hast du nochmal Glück gehabt. Nun rasch die Kiepe hochgerappt, denn morgen ist doch Ostern!“
Da solltet ihr den Hasen sehn vergnügt den Weg nach Laubach gehn! Und hinterm Feld das erste Haus, da packt er seine Kiepe aus – gebt acht, gleich wird er klopfen!
Unveröffentlichter Text (c) Rudolf Otto Wiemer Erben, Hildesheim